Anschlussfinanzierung Checkliste 2026 — 24 Monate Zeitplan bis zur Verlängerung

Die komplette Checkliste für die Anschlussfinanzierung 2026: Was Sie 24, 18, 12, 6, 3 und 1 Monat vor Ablauf tun müssen — mit Zeitplan, Unterlagenliste und den häufigsten Fehlern.

Anschlussfinanzierung Checkliste 2026 — 24 Monate Zeitplan bis zur Verlängerung

Wer bei der Anschlussfinanzierung planlos vorgeht, zahlt drauf. Wer 24 Monate im Voraus denkt, hat alle Trümpfe in der Hand: Zeit für Vergleiche, Zeit für Unterlagen, Zeit für Verhandlungen. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.

Zeitplan auf einen Blick

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ZeitpunktAufgabeVerantwortlichAufwand
24 MonateOrientierung, Forward-Darlehen prüfenSie1–2 h
18 MonateImmobilienwert ermitteln, SCHUFA prüfenSie + Gutachter3–5 h
12 MonateErste Angebote einholen, Strategie festlegenSie + Vermittler4–6 h
6 MonateKonkrete Angebote, VerhandlungenSie + Bank3–4 h
3 MonateAbschluss, Notar, UnterlagenSie + Notar4–8 h
1 MonatNahtloser Übergang sichernSie + beide Banken1–2 h

24 Monate vor Ablauf: Orientierung

  • Zinsbindungsende exakt aus dem Kreditvertrag heraussuchen (steht auf der ersten Seite)
  • Aktuelle Restschuld bei der Bank schriftlich anfragen (oder im Online-Banking prüfen)
  • Ersten Überblick über aktuelle Bauzinsen verschaffen (Vergleichsportale, 10 Minuten)
  • Forward-Darlehen prüfen: Lohnt sich Zinssicherung jetzt schon? (Aufschlag ca. 0,01–0,03 % pro Monat Vorlaufzeit)
  • Wenn aktueller Zins deutlich unter erwartetem Zukunftszins: Forward-Darlehen abschließen

18 Monate vor Ablauf: Analyse und Vorbereitung

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  • SCHUFA-Selbstauskunft kostenlos anfordern (schufa.de, 1× jährlich kostenlos)
  • SCHUFA auf Fehler prüfen — fehlerhafte Einträge beanstanden und löschen lassen
  • Immobilienwert aktuell ermitteln lassen (Makler-Einschätzung kostenlos, Vollgutachten 500–1.200 €)
  • Beleihungsauslauf berechnen: Restschuld ÷ Immobilienwert × 100
  • LTV-Schwellen prüfen: Bin ich unter 60 %, 75 % oder 80 %? (Zinssprünge an diesen Grenzen)
  • Sondertilgungsmöglichkeit nutzen, wenn LTV-Grenzwert knapp verfehlt
  • Offene Kleinkredite prüfen: Welche können vor der Anschlussfinanzierung getilgt werden?

12 Monate vor Ablauf: Markt sondieren

  • Vergleichsportale nutzen: Interhyp, Check24, Dr. Klein, Verivox (alle kostenlos, unverbindlich)
  • Mindestens 4–5 Angebote einholen — nicht beim ersten stoppen
  • Zinsbindungsstrategie festlegen: 10 Jahre, 15 Jahre oder 5 Jahre? (Szenarien durchdenken)
  • Tilgungssatz für neues Darlehen festlegen: Mindestens 2 %, besser 3 % (Renteneintritt als Zieldatum)
  • Sondertilgungsrechte einfordern: 5–10 % p.a. kostenlos sind Standard
  • Angebot der Hausbank schriftlich anfordern (als Vergleichsbasis)
  • Beratungstermin bei Vermittler buchen (kostenlos, 60–90 Minuten)

6 Monate vor Ablauf: Konkretisieren

  • Beste 2–3 Angebote aus dem Marktvergleich auswählen
  • Hausbank mit bestem Konkurrenzangebot konfrontieren — oft gibt es 0,1–0,2 % Nachlass
  • Bankwechsel vs. Prolongation endgültig entscheiden
  • Wenn Bankwechsel: Notar und Grundbuchkosten einplanen (ca. 300–800 €)
  • Zinszertifikat / verbindliches Angebot mit Laufzeit anfordern
  • Unterlagen zusammenstellen (vollständige Liste siehe unten)

3 Monate vor Ablauf: Abschluss vorbereiten

  • Vertrag mit neuer oder bestehender Bank unterschreiben
  • Bei Bankwechsel: Notar für Grundschuldabtretung beauftragen
  • Alte Bank schriftlich über Ablösung informieren (Kündigungsfrist beachten)
  • Grundschuldabtretung (ca. 0,1 % der Grundschuld + Grundbuchgebühr) oder Neubestellung einleiten
  • Schätzgebühr der neuen Bank einkalkulieren (300–600 € bei Bankwechsel)
  • Gebäudeversicherungsnachweis aktuell halten (neue Bank fordert das)

1 Monat vor Ablauf: Nahtloser Übergang

  • Bestätigung einholen, dass Ablösung der alten Bank zum exakten Datum erfolgt
  • Keine Finanzierungslücke entstehen lassen — ggf. Überbrückungsfinanzierung prüfen
  • Lastschriftmandat bei neuer Bank einrichten
  • Alte Bankverbindung für Finanzierungszwecke beenden
  • Ersten Kontoauszug mit neuer Rate prüfen

Vollständige Unterlagen-Checkliste

  • Personalausweis / Reisepass (beide Kreditnehmer)
  • Letzte 3 Gehaltsabrechnungen (alle Einkommensquellen)
  • Letzter Einkommensteuerbescheid
  • Aktueller Kreditvertrag mit Restschuldabrechnung
  • Grundbuchauszug (nicht älter als 12 Monate)
  • Aktuelle Gebäudeversicherungspolice
  • Lageplan und Wohnflächenberechnung der Immobilie
  • Energieausweis (bei Bankwechsel oft gefordert)
  • Bei Vermietung: Aktueller Mietvertrag + Anlage V aus letztem Steuerbescheid
  • SCHUFA-Selbstauskunft (max. 3 Monate alt)
  • Bei Selbstständigen: Steuerbescheide letzte 2–3 Jahre + aktuelle BWA

Was Sie auf keinen Fall vergessen dürfen

  • Sondertilgungsrechte aushandeln — beim Abschluss ist der beste Zeitpunkt, danach nicht mehr
  • Tilgungsänderung bewusst entscheiden — nicht einfach den alten Satz übernehmen
  • Zinsbindungsende nicht mit Kreditende verwechseln — beides kann stark abweichen
  • Bei Bankwechsel: Grundbuchkosten nicht vergessen — oft unterschätzt

Weiterführend: Forward-Darlehen | Prolongation erklärt | Umschuldung vs. Prolongation | Anbietervergleich

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Wann muss ich spätestens mit der Anschlussfinanzierung beginnen?

Mindestens 6 Monate vor Ablauf — besser 12–24 Monate. Bei Bankwechsel brauchen Sie Zeit für Unterlagen, Notar und Grundbuchumschreibung. Wer zu spät anfängt, kann nicht mehr wechseln und muss die Hausbank-Konditionen akzeptieren.

Was kostet ein Bankwechsel bei der Anschlussfinanzierung?

In der Regel 300–800 € für Notar und Grundbuch. Dazu kommen ggf. 300–600 € Schätzgebühr. Das rechnet sich fast immer schon bei 0,1–0,2 % Zinsunterschied auf Restschulden über 150.000 €.

Kann ich den Tilgungssatz bei der Anschlussfinanzierung ändern?

Ja — das ist sogar einer der größten Vorteile der Anschlussfinanzierung. Tilgung erhöhen oder senken ist beim Neuabschluss problemlos möglich und erfordert keine Bank-Genehmigung.

Was passiert, wenn ich gar nichts tue?

Die Hausbank schickt ein Prolongationsangebot — meist zu schlechteren Konditionen als der Markt. Wer nicht reagiert, verlängert oft automatisch zu variablen Zinsen, die höher sind. Immer aktiv werden.

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